Haben Sie häufig ein Fremdkörpergefühl im Auge? Brennen oder jucken Ihre Augen? Sind Ihre Augen immer wieder gerötet? Stört Sie wiederkehrend ein Druckgefühl am Auge? Dann kann es sein, dass Sie zu den ca. 10 Millionen Menschen gehören, die unter den Symptomen eines sogenannten trockenen Auges leiden. Ausgelöst werden diese Symptome durch eine Störung des Tränenfilms, eine der in Deutschland am häufigsten auftretenden Augenleiden.
Scheinbar paradox: Auch eine vermehrte Tränen-Produktion kann ein Symptom für trockene Augen sein! Um zu verstehen, wie dies sein kann, ist ein Blick auf die Zusammensetzung des Tränenfilms hilfreich: Dieser Schutz, der die Hornhaut vor Austrocknung und damit vor Zerstörung bewahren soll, lässt sich in drei Schichten gliedern:
Ist nun diese letzte Schicht in Ihrer Funktion eingeschränkt oder gar zerstört, ist die Nährstoffversorgung der Netzhaut gefährdet und die Befeuchtung der Hornhaut nicht mehr in ausreichendem Maße sichergestellt. Die Tränenflüssigkeit verdunstet zu schnell, auch wenn möglichweise aufgrund von Augenreizungen vermehrt Flüssigkeit gebildet wird - das Ergebnis ist ein zwar tränendes, aber doch 'austrocknendes' bzw. trockenes Auge.
Zu allererst: Gehen Sie zu einer Fachärztin bzw. einem Facharzt - die Symptome des trockenen Auges sind störend, die Folgen können drastisch sein, denn die Unterversorgung
der Hornhaut mit Nährstoffen und Flüssigkeit kann im Extremfall zur Erblindung führen. Durch die medizinische Diagnostik kann festgestellt
werden, ob die oben skizzierte Störung der Lipidschicht ursächlich für Ihr Leiden ist, oder ob vielleicht doch eine Unterproduktion von Flüssigkeit vorliegt, ob Nebenwirkungen
von Medikamenten, Kontaktlinsen oder hormonelle Störungen eine Rolle spielen etc.
Begleitend sollten Sie mögliche Auslöser für das trockenes Auge vermeiden oder gegebenenfalls abstellen: Häufiges Fernsehen oder intensive Bildschirmarbeit beispielsweise,
bei der durch Konzentration oder Überanstrengung die für die Befeuchtung der Augen elementar wichtigen Augenlidbewegungen reduziert werden. Falls aus beruflichen
Gründen die Computerarbeit nicht reduziert werden kann, ein kleiner Tipp: Gönnen Sie Ihren Augen Verschnaufpausen, indem Sie zwischendurch die Handflächen
auf die geschlossenen Augen legen (ohne Druck auszuüben), um sie so kurz zu entspannen. (Meiner Meinung nach ist diese recht typische Geste der Erschöpfung ein Indiz
dafür, dass unser Körper hiernach verlangt).
Heizungsluft im Winter, Staubbelastung am Arbeitsplatz, hohe Ozonwerte oder grelles Licht im Sommer stellen auch Belastungen für's Auge dar, die vielleicht nicht immer vermeidbar,
möglichweise aber in Ihrer Intensität oder Häufigkeit reduzierbar sind (beispielsweise durch Schutzbrillen bzw. Sonnenbrillen). Und: Die Klimaanlage! Werfen Sie doch einmal einen Blick auf die Richtung der
Lüftungsschlitze in Ihrem Auto. Häufig zielen diese genau auf die Augen, weil die kühle Brise ins Gesicht schnelle Erfrischung verheist. Richten Sie die Luftzufuhr besser auf
Ihre Arme/Handgelenke und stellen Sie die Klimaanlage möglichst klein ein, was übrigens nebenbei noch Benzin spart und die Umwelt schont.
[wird demnächst fortgesetzt!]
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